Psychotherapeutische Praxis Katrin Lange

Aktuell: Neue Psychotherapierichtlinie seit dem 01.01.2018

 

Seit dem 01.01.2018 gilt eine neue „Psychotherapierichtlinie“. Diese regelt den Leistungsanspruch der Versicherten im gesetzlichen Krankenversicherungssystem. Der Zugang zur ambulanten Psychotherapie soll in Zukunft ausschließlich über den vorherigen Besuch der „Psychotherapeutischen Sprechstunde“ möglich sein. Diese dient der zeitnahen Erstdiagnostik und Behandlungsempfehlung. Es soll also ohne lange Wartezeit zunächst überprüft werden, ob eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt oder z.B. Angebote aus dem Bereich der Beratung oder Prävention voraussichtlich zur Linderung des Beschwerdebildes ausreichen dürften. Ferner soll festgestellt werden, ob eine besonders akute Belastungssituation vorliegt, die eine zeitnahe Behandlung erforderlich macht – ggf. auch in einem psychiatrisch-psychotherapeutischen Krankenhaus. Das Ergebnis der psychotherapeutischen Sprechstunde stellt dabei lediglich eine Empfehlung dar und beinhaltet keine Verpflichtung zu weiteren Maßnahmen Ihrerseits.

 

Der Besuch der Sprechstunde ist nicht notwendig, sollten Sie Sich mit einem psychischen/psychosomatischen Leiden innerhalb der letzten 12 Monate in stationärer Behandlung befunden haben (dazu zählen auch tagesklinische Behandlungen). Sprechstunden vermittelt die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (tel.: 116 117, https://eterminservice.de/terminservice). Eine freie Therapeutenwahl ist über diese zentrale Vergabestelle jedoch nicht möglich. Sollten Sie gezielt mich aufsuchen wollen, kontaktieren Sie mich bitte diekt per Telefon oder E-mail.

Das Angebot der Psychotherapeutischen Sprechstunde ist für alle kassenzugelassenen Psychotherapeuten verpflichtend und demnach auch bei mir jedezeit möglich. Den Übergang in eine kontinuierliche Psychotherapie kann ich jedoch aus Kapazitätsgründen leider nicht gewährleisten. Durch die Einführung der neuen Psychotherapierichtlinie wurden leider keine zusätzlichen Therapieplätze geschaffen und die Zeit für Sprechstunde, Telefonsprechzeiten und notwendige zusätzliche administrative Tätigkeiten fehlt zusätzlich. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz im Gebiet Nordrhein dürfte im Durchschnitt weiterhin mindestens 3-6 Monate betragen.

 

Uns niedergelassenen Psychotherapeuten ist die Unzumutbarkeit dieser Versorgungssituation für psychisch beeinträchtigte Menschen schmerzlich bewusst und unsere Berufsverbände sowie Psychotherapeutenkammern des Bundes und der Länder bemühen sich - unterstützt durch die kassenärztliche Bundesvereinigung - um dringend notwendige Anpassungen der Bedarfsplanung und der allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen. Leider sind aktuell diesbezüglich keine zeitnahen Reformen in Aussicht, sodass wir gemeinsam versuchen müssen, das bestehende System  im Sinne der Patientenversorgung bestmöglich zu nutzen.

Wie kann ich eine Psychotherapie beginnen?

Zunächst nehmen Sie bitte telefonisch oder per E-mail Kontakt auf. Da ich mich überwiegend in Gesprächen befinde, nutzen Sie nach Möglichkeit direkt meine telefonische Sprechzeit. Wenn möglich vereinbare ich zeitnah einen Erstgesprächstermin mit Ihnen. Dieser kann im Rahmen der o.g. Sprechstunde oder unabhängig davon im Anschluss an einen stationären Aufenthalt in einem Psychiatrischen oder Psychosomatischen Krankenhaus oder einer entsprechenden Rehabilitationseinrichtung erfolgen. Dabei verschaffe ich mir zunächst einem Überblick über Ihre aktuelle Lebenssituation und Schwierigkeiten, lebensgeschichtlich relevante Informationen und Zusammenhänge sowie ihre Lebensmotive und Stärken. Fragebögen ergänzen das persönliche Gespräch.

 

Gesetzlich Versicherte brauchen um eine Psychotherapie zu beginnen generell keine Überweisung ihres Hausarztes sondern können sich direkt an mich wenden. Bitte bringen Sie jedoch bereits zum Erstgespräch ihre Krankenversichertenkarte mit.


Mitglieder der Sonderkostenträger (z.B.: Polizei, Bundeswehr, Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungsträger, Postbeamte) sowie Privatversicherte und Mitglieder von Beihilfekassen bitte ich aufgrund stark variierender Versicherungsverträge, sich möglichst vor Beginn der Psychotherapie bei Ihrem Kostenträger zu erkundigen, ob und in welchem Umfang Psychotherapie übernommen wird. Lassen Sie Sich möglichst frühzeitig entsprechende Informationen und Antragsformulare von Ihrer Kasse zuschicken und bringen diese am besten direkt zum Erstgespräch mit.


Selbstzahler wenden sich gerne direkt an mich. Die Kosten für eine Behandlungsstunde orientieren sich in diesem Fall an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Zu Grunde gelegt wird hier der 2,3-fache Satz des Punktwertes für verhaltenstherapeutische Therapiesitzungen im Einzelsetting, was sich derzeit auf 100,55 Euro beläuft.

Schließt sich an die Sprechstunden eine kontinuierliche Psychotherapie an, dienen zunächst die „probatorischen Sitzungen“ der Prüfung der Tragfähigkeit der Beziehung zwischen Patient/in und Therapeutin sowie der vertieften Diagnostik und Indikationsstellung sowie Eignung für eine bestimmtes Psychotherapieverfahren.

 

Die Entscheidung, ob eine Kognitive Verhaltenstherapie erfolgversprechend erscheint und aufgenommen werden sollte oder gegebenenfalls besser eine alternative Therapierichtung mit anderem Schwerpunkt in Betracht gezogen werden sollte, treffen wir im Anschluss an diese probatorischen Sitzungen gemeinsam. Dazu ist es wichtig, eine ausreichend übereinstimmende Vorstellung von und Erwartung an die Therapieziele und das Vorgehen in der Therapie zu entwickeln. Hierzu bilden wir gemeinsam eine erste Arbeitshypothese zur Entstehung und bisherigen Aufrechterhaltung Ihrer aktuellen Problematik, sowie den spezifischen therapeutischen Methoden zur Veränderung des Status quo und Annäherung an möglichst konkrete Therapieziele. Dabei handelt es sich in der Regel um einen fortlaufenden Prozess, der im Laufe der Therapie immer wieder überprüft und bei Bedarf korrigiert werden sollte.


Sollten wir uns gemeinsam zur Durchführung einer Psychotherapie entscheiden, stellen wir bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag zur Kostenübernahme (ausgenommen selbst zahlende Patienten). Dieser wird in der Regel bewilligt und die eigentliche Behandlung kann beginnen. Die Therapie findet in der Regel wöchentlich in Form von 50-minütigen Einzelsitzungen statt. Begründet sind auch seltenere oder häufigere Kontakte sowie zusätzliche Gespräche mit Angehörigen möglich. Psychotherapeuten unterliegen wie Ärzte selbstverständlich der gesetzlichen Schweigepflicht.

Was ist (kognitive) Verhaltenstherapie?

Kognitive Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Die Grundannahme der Verhaltenstherapie (VT) geht davon aus, dass menschliches Verhalten im Laufe der Entwicklung gelernt wurde. Manche Verhaltensweisen erweisen sich im späteren Leben und je nach Lebensumständen als erfolgreich und nützlich, andere wiederum als hinderlich und problemverstärkend. Dabei kann sowohl ein "zu viel", als auch ein "zu wenig" an Verhalten problematisch sein. Die VT nimmt an, dass erlerntes Verhalten umgelernt bzw. neues Verhalten hinzugelernt werden kann. Für den Patienten geht es in der Therapie darum herauszufinden, welche dieser Verhaltensweisen hinderlich für die eigene Zielerreichung sind bzw. das Leben erschweren. Die Methoden, die zum Umlernen und Hinzulernen zur Anwendung kommen können sind vielfältig. Nach genauer Selbstbeobachtung und Analyse konkreter Beispiel-Situationen versuchen wir gemeinsame Lösungen zu finden. Alle Methoden, die eingesetzt werden, erfordern vom Patienten eine kontinuierliche und aktive Mitarbeit sowohl während als auch zwischen den einzelnen Therapiesitzungen.

Die kognitive Verhaltenstherapie stellt eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie dar. Dieser Ansatz setzt nicht nur am konkreten Verhalten in Situationen an, sondern berücksichtigt darüber hinaus Denkmuster, die gelernt wurden. Hierbei geht es darum sich über die eigenen Gedanken, Einstellungen und Bewertungen klar zu werden und belastende oder hinderliche Überzeugungen aufzudecken und zu verändern. Denn häufig entstehen Belastungen und Probleme dadurch, wie Situationen, die Umwelt bewertet werden oder die Person sich selbst sieht. Bestimmte Denkmuster und damit zusammen hängende belastende Gefühle werden hinterfragt und bearbeitet.

Im Unterschied zur Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierten Therapien beschäftigt sich die Verhaltenstherapie weniger mit der Vergangenheit als vorrangig mit dem Hier und Jetzt. Aktuelle Probleme stehen im Blickpunkt der Therapie und werden bearbeitet und gemeinsam mit dem Therapeuten nach Lösungen gesucht. Natürlich wird die individuelle biografische Entstehungsgeschichte einer Problematik zum besseren Selbstverständnis herausgearbeitet und berücksichtigt.

Gemeinsam werden zu Beginn einer kognitiven Verhaltenstherapie Behandlungsziele vereinbart und regelmäßig erreichte Fortschritte oder Hindernisse im Fortkommen besprochen. Der therapeutische Prozess weist ein hohes Maß an Transparenz auf. Hierfür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erforderlich.

Allgemeines Behandlungskonzept und auch Ziel ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und damit auch die langfristige Verhinderung einer erneuten Störung. Der Patient/die Patientin soll in die Lage versetzt werden, eigenes Verhalten zu erkennen, Denkmuster zu verstehen und diese gezielt verändern zu können, wenn sie Leid erzeugen.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei einem großen Störungsspektrum und vielen Verhaltensproblemen erfolgreich eingesetzt. Allerdings kann die Beschäftigung mit den eigenen Problemen und Ängsten zunächst sehr belastend sein und auch die eigenen sozialen Beziehungen verändern oder sogar belasten. Solche Schwierigkeiten sollten dann in der Therapie offen angesprochen und nach Lösungen gesucht werden.

Was sind Interaktions- oder Persönlichkeitsstörungen und warum Schematherapie?

Unter den Begriffen „Interaktionsstörungen“ oder „Persönlichkeitsstörungen“ werden Beschwerdebilder zusammengefasst, bei denen bestimmte Charaktereigenschaften in Intensität, Dauer und Inhalt deutlich von der Norm abweichen. Dies führt insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich zu Schwierigkeiten und/oder Konflikten, die sich typischerweise immer wieder und in verschiedenen Lebensbereichen und Kontexten zu wiederholen scheinen. Für Betroffene und deren Umfeld bedeutet dies meist großen Leidensdruck. Die Übergänge von einem ausgeprägten Charakterzug zu einem problematischen Persönlichkeitsstil bis hin zu einer Persönlichkeitsstörung sind dabei fließend und die Diagnosestellung abhängig von Beginn, Dauer und Ausmaß der Beeinträchtigung für Lebensqualität und soziale Integration.

 

Die Schematherapie ist ein integrativer Ansatz aus der Kombination verschiedener Therapieformen (kognitive Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Gestalttherapie). Sie wird besonders bei andauernden bzw. gehäuft wiederkehrenden Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein emotions- und erlebnisfokussierendes Verfahren, welches den Bezug zwischen aktuellen zwischenmenschlichen Problemen und früheren Beziehungserfahrungen (z.B. Vernachlässigung, Ablehnung, Beschämung, Missbrauch) herstellt und therapeutisch nutzbar macht. Dabei wird die Entstehung der Problematik biografisch geklärt, sowie konkrete handlungsbezogene Techniken vermittelt. Zum Einsatz kommen u. A. imaginative Verfahren sowie Dialoge mit verschiedenen Anteilen innerhalb einer Person (z.B. "das innere Kind", "der innere Kritiker/Antreiber").

 

Entwickelt wurde die Schematherapie von Jeffrey Young in den USA. Der erste voll lizensierte Schematherapeut in Deutschland war Eckard Roediger - Gründer des Instituts für Schematherapie Frankfurt (IST-F) und Mitglied des Gründungsvorstandes der Internationalen Schematherapiegesellschaft (ISST). Zurzeit verfüge ich über die Basisqualifikation in Schematherapie, erworben am Institut für Schematherapie in Köln (IST-K), Mitglied der internationalen Schematherapiegeselschaft (ISST). In der Schematherapie glaube ich einen guten und leicht vermittelbaren Ansatz zur Erklärung und Behandlung von Interaktionsstörungen gefunden zu haben, welchen ich schwerpunktmäßig weiter verfolgen möchte. Wenn es sinnvoll und notwendig erscheint, biete ich schematherapeutische Elemente im Rahmen eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gesamtbehandungskonzeptes an.

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